2.Thessalonicher 1,8 – flammendes Inferno

Das ist jetzt mal ein vernünftiger Text: flammendes Feuer und Vergeltung.

Es geht richtig zur Sache. Egal, ob jemand Gott nicht kennt, oder ob er dem Evangelium nicht gehorcht.

Der Vers 9 bringt dann Strafe und ewiges Verderben für diese Leute – da springen die Humanisten im Dreieck, und die Pazifisten bringen die Bibel zum Altpapier.

Der Eine

Nun klingt der Text für humanistisch geprägte, demokratisch sozialisierte westliche liberale Ohren natürlich brutal.

Allerdings gehen diese demokratischen Gutmenschen von den falschen Voraussetzungen aus.

Denn die Voraussetzung, unter der Paulus seine Beschreibung für gültig hält, ist die, dass Gott der einzige Herr, König, Bestimmer des Universums ist.

Und zwar de facto, nicht pro forma.

Selbst viele Christen haben das nicht auf dem Schirm. Die denken auch, die Welt sei irgendwie pluralistisch. Und Gott sei eine Wahlmöglichkeit unter vielen.

Davon geht Paulus aber nicht aus.

Nach Paulus (und vermutlich nach der ganzen Bibel) gibt es im Universum nur einen einzigen verbindlichen Maßstab.

Und der wird von Gott herausgegeben. Souverän. Ohne Abstimmung. Ohne demokratische Beteiligungen.

Der Herausgeber

Damit ist die Voraussetzung natürlich auch: Gott hat das Universum (und alle Paralleluniversen) erschaffen. Hergestellt. Initiiert.

Dabei brauchen Sie nicht die beiden Schöpfungsberichte wörtlich zu nehmen. Es ist letztlich völlig egal, wie Gott die Einrichtung des Universums vorgenommen hat. Selbst wenn es Milliarden Jahre gedauert hat und viel Darwinismus dabei war: Das Teil ist Gottes Erfindung, Gottes Produkt, und damit letztlich Gottes Eigentum.

Wenn Gott aber der einzige Produzent ist, dann ist er auch der Einzige, der die Regeln setzt.

Dann steckt Gottes Sinn hinter den Sachen. Seine Absichten sind hinter allen Vorgängen. Er definiert Sinn und Ziel, und zwar alleine.

Und er bestimmt die Regeln.

Denn es ist sein Spiel.

Sie können gegen Gottes Regeln sein und daran Kritik üben. Hilft Ihnen aber nichts. Denn Sie sind in Gottes Welt und Gottes Spiel hineingeraten, und dann wird hier auch nach seinen Regeln gespielt.

Die Überschrift

Das Dumme an Gottes Welt ist, dass er sich für das Wichtigste darin hält.

Es dreht sich alles um Gott.

Wenn Sie zur richtigen Zeit in der richtigen Gegend unter den richtigen Verhältnissen leben, dann gibt es in dieser Welt auch einige schöne Seitenaspekte: Surfen und Kunst und Musik und Erotik und Schönheit und Beziehungen und was weiß ich. Die Seitenaspekte dürfen Sie gerne mitnehmen.

Wenn Sie zur falschen Zeit in der falschen Gegend unter ungünstigen Verhältnissen leben, dann haben Sie vermutlich nicht viele schöne Seitenaspekte. Dann geht es mitunter ums nackte Überleben, und noch nicht einmal das ist garantiert.

Nun gut: Ist es ohnehin nicht. Irdisches Leben ist nicht auf Dauer angelegt. Der Mensch wird schnell gammelig. Es könnte einem also bei genauem Nachdenken auffallen, dass es bei dem Spiel möglicherweise um etwas Anderes, Größeres geht als nur eine möglichst problemlose Existenz.

Leider können Sie sich nicht aussuchen, was das Größere ist, um das es geht.

Denn die Regeln setzen nicht Sie. Die Grundlagen des Welt können Sie nicht aus einer Menükarte wählen. Wenn Gott erklärt, er selbst sei das Wichtigste, Bedeutendste und Größte, dann ist Ihre andere Meinung bedeutungslos.

Ein Ende

Wenn dieses Universum irgendwann einmal angefangen hat, wird es auch eines Tages zu Ende gehen.

Es gibt keine andere Möglichkeit.

Wenn etwas einen Anfang hat, hat es auch ein Ende. Es gibt nichts materielles, das erschaffen wurde und dann für immer, also selbst über das Ende der Zeit hinaus, existiert.

Und auch für dieses Ende des Universums gelten Gottes Regeln, Maßstäbe, Gesetze.

Es wird auch am Ende, am letzten Tag und in der letzten Minute, um Gott gehen. Das ist nun mal das Wesen der gesamten Schöpfung.

Und wer am Ende nicht auf Gottes Seite steht, der wird halt vernichtet. Was sonst? Er teilt das Schicksal des gesamten Universums.

Wer sich zu irdischen Zeiten kein Recht auf die alternative Welt erwirtschaftet hat, der bleibt in der ersten Welt und teilt ihr Los.

Wer in Gottes Spiel nicht nach Gottes Regeln spielen wollte, ist halt irgendwann aus dem Spiel raus.

Denn das Spiel geht ja nach dem Ende des Universums weiter.

Aber auf einem anderen Level.

Und wer dieses Level bei Lebzeiten nicht erreicht hat, der stirbt. „Geht verloren“, wie die Bibel es nennt. Game over.

Die Ausdrucksweise

Warten Sie besser nicht auf das flammende Feuer oder die mächtigen Engel von Vers 7. Denn Paulus hat hier einfach Ausdrücke aus dem Alten Testament übernommen. Und das sind keine wissenschaftlich sachlichen Beschreibungen der Vorgänge am Ende der Welt. Sondern das sind Bilder.

Vermutlich werden diese Ereignisse so sein, dass man sie mit menschlichen Vergleichen gar nicht beschreiben kann. Das Endgericht oder das Kommen des neuen Himmels wird völlig anders sein als alles, was Menschen bis dahin erlebt haben. Einfach unvergleichlich. Kein Wunder: Es passiert ja das erste Mal.

Die Bilder sollen sagen: Die „Opfer“ haben keine Chance. Es gibt keine Alternative zu Untergang und Vernichtung. Es existiert kein Notausgang. Sie können sich nicht im letzten Moment noch rausreden.

Und auch die Angebote der Allversöhnungslehre stolpern hier. Denn der ganze Abschnitt geht um die Frage, was Gott mit denen machen wird, die seine eigenen Leute verfolgen und unterdrücken. Und so wie Gott zu Satan am Ende nicht sagen wird „nun wollen wir mal nicht so sein“, so wird er das zu Satans Hilfskräften auch nicht sagen.

Paulus beschreibt das in Vers 6 als eine Frage der Gerechtigkeit. Und er hält es für ungerecht, wenn die Christen zuschauen müssen, wie ihre Peiniger am Ende auch in den Himmel kommen.

Zusammenfassung

Die Aussage des Paulus über das Ende der Zeit klingt für menschenrechtsverwöhnte Ohren brutal. Aber diese Ohren gehen davon aus, dass die Welt allen gehört oder niemandem und dass wir Menschen ein wie auch immer geartetes Mitspracherecht hätten bezüglich des Schicksals des Universums.

Paulus sagt: Haben wir nicht.

Gehört uns nicht, und wir sind auch nicht der Mittelpunkt der Sache.

Wenn Gott König und Herr ist, dann hat das Hausrecht im Kosmos. Und wenn er den Laden dermaleinst schließt, kann er das Hausrecht ausüben und rausschmeißen, wer nach seiner Meinung nicht reingehört.